Zwei Gauguins sind besser als einer

Auszug aus der F.A.Z. vom 24.April 2020

 
" 'Das ist ein elegantes Verbrechen, von einer eleganten Person verübt. Hier geht es nicht um Geld.' " So beschreibt im Film 'Die Thomas Crown Affäre' von 1999 die attraktive Versicherungsdetektivin Catherine Banning, gespielt von Rene Russo, den ausgeklügelten Diebstahl eines auf  hundert Millionen Dollar geschätzten Monet-Gemäldes aus dem Metropolitan Museum of Art. Der Dieb, Pierce Brosnan alias Thomas Crown, klaut tatsächlich nicht um des Geldes wegen: Er ist ein steinreicher, smarter Lebemann, der schöne Frauen, die Kunst und den Nervenkitzel liebt.

 

Was ein solches Hollywood-Klischee mit der Realität zu tun hat, zeigt das neue Buch der Journalisten Stefan Koldehoff und Tobias Timm. (.....)
Erzählt wird auch davon, wie sich das Verhalten von Kunstdieben im Laufe der Jahre verändert hat. Thomas Crown schnappt sich im Film, unbewaffnet und unmaskiert, mit Hilfe eines raffinierten Ablenkungsmanövers den Monet und spaziert, das Bild im Aktenkoffer, unbemerkt aus dem Museum. Ein echter Raub, der der 'Mona Lisa' im Sommer 1911, verlief teils ähnlich. Zwar existiere der "geheimnisvolle unbekannte Millionär", der Kunst um der Kunst willen stiehlt, wohl gar nicht, so Timm und Koldehoff. Jedenfalls sei seit Jahrzehnten kein einziger dingfest gemacht worden. Dennoch handelte es sich etwas bei den Räubern der 'Mona Lisa' noch um sogenannte 'Gentleman-Täter'."